SoKo (soziale Kompetenzen) VR-Brille

Lesezeit: 5 Minuten

Neben fachlichen Kompetenzen werden für den Ausbildungserfolg von den Auszubildenden soziale Kompetenzen dringend gebraucht (vgl. Ausbildungsumfrage 2019 der DIHK). Dazu zählen insbesondere Motivation, Leistungsbereitschaft, Interesse, Disziplin, Belastbarkeit, Umgangsformen sowie Teamfähigkeit.

Das Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) hat im Projekt SOKO VR-Brille 360°-Videos entwickelt, die typische Konfliktsituationen in der Ausbildung simulieren. Auszubildende können auf diese Weise nicht nur mit ihrem Smartphone (Konflikt-)Situationen erleben, sondern auch im Übungsverlauf auf die Situationen reagieren, indem sie aus standardisierten Reaktionsmöglichkeiten wählen. Die Auszubildenden haben außerdem die Möglichkeit, die Situation in einem Perspektivwechsel aus der Sicht der Ausbildenden zu erleben.

Konfliktszenario „Personaleinsatzplanung“ (Branche: Handel)

In Dienstleistungsberufen wird von Auszubildenden Einsatzbereitschaft und Entgegenkommen verlangt, gegenüber dem beschäftigenden Unternehmen und auch gegenüber Kund*innen. Dies stellt hohe Anforderungen an die Auszubildenden und birgt Konfliktpotenzial.

Es kann zu folgenden typischen Konfliktsituationen kommen:

  • Unklarheiten über Rechte und Pflichten in der Ausbildung im Hinblick auf das Einhalten von Arbeitszeiten, das Führen des Berichtshefts und das Ausführen von Arbeitsanweisungen
  • Umgang mit schwierigen Kund*innen im Spannungsfeld zwischen „Regeln setzen“ und Kundenorientierung
  • Kollisionen zwischen Unternehmensbelangen und persönlichen Interessen bei der Personaleinsatzplanung und Aufgabenzuteilung

Die „Personaleinsatzplanung“ sorgt dafür, dass Mitarbeiter*innen ihrem Qualifikations- und Fähigkeitsprofil entsprechend am Arbeitsplatz im Unternehmen eingesetzt werden. In der Ausbildung soll bei der Personaleinsatzplanung zusätzlich darauf geachtet werden, dass die Auszubildenden die Möglichkeiten erhalten alle Abteilungen, die für ihre Ausbildung relevant sind, zu durchlaufen und mögliche Einsatzgebiete kennenlernen.

Unternehmen räumen ihren Mitarbeiter*innen in der Regel Mitsprachemöglichkeiten bei der Personaleinsatzplanung ein. Indem sie deren Neigungen, Interessen und Entwicklungswünsche bzw. -potentiale bei der Besetzung von Arbeitsplätzen berücksichtigen oder auch indem sie bei der Schichtplanung deren persönliche Belange berücksichtigen – soweit dies die betrieblichen Erfordernisse zulassen.

Dabei sind von Unternehmensseite immer die Vorgaben des Arbeitszeitgesetzes zu beachten (werktägliche Höchstarbeitszeit, Ruhepausen und -zeiten) sowie in der Ausbildung von unter 18-Jährigen die des Jugendarbeitsschutzgesetzes.

Projektscreenshots

Zielgruppen

  • Auszubildende (mit und ohne Migrations- bzw. Fluchthintergrund)
  • Betriebliche Ausbildende und ausbildende Fachkräfte verschiedener Branchen
  • Lehrende an Berufsschulen (verschiedene Berufsfelder)
  • Ausbildungsrelevante Institutionen (Arbeitgeberverbände, Innungen, Kammern, Betriebe und Berufsschulen)

Weiterführende Informationen

Projekthomepage DIHK-Ausbildungsumfrage: Wissen, was zu tun ist
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Lorenzo Müller
Lorenzo Müller
5 months ago

Sehr geehrte Damen und Herren,
das Konzept könnte wirklich Zukunft haben. Aber welche Hardware brauche ich denn dafür?
 
Mit freundlichen Grüßen
Lorenzo Müller